Integratives Zeltlager verirrt sich in der Steinzeit

Inklusion ist hier schon lange normal – 26. Ausgabe unseres Integrativen Zeltlagers

Reutersbrunn. Schon während der Anfahrt zum Jugendzeltplatz in Reutersbrunn stellt sich bei den TeilnehmerInnen ein komisches Gefühl ein. Anscheinend hat sich der Bus verirrt. Die Bewohner des Waldes in Reutersbrunn erscheinen sehr urzeitlich. Und so ist es dann auch bei der Ankunft auf dem Zeltplatz. Die 39 Mädchen und Jungen (davon 9 Kinder mit Behinderung) aus dem Landkreis Haßberge trafen am vergangenen Montag auf einen Stamm Steinzeitmenschen. Der Zeltplatz hat sich seitdem in eine Steinzeithöhle verwandelt.

Das ehrenamtliche Team, um die Zeltlagerleiterinnen Caroline Petersen vom Kreisjugendring Haßberge und Nina Brech von der Lebenshilfe Haßberge, hat sich für das Integrative Zeltlager wieder richtig ins Zeug gelegt. Bereits vor Monaten wurde das Motto festgelegt und kreativ ausgestaltet. Durch verschiedene Aktionen, wie zum Beispiel ein großes Lagerspiel als Überlebenstraining, thematisch organisierte Workshops oder die Ausgestaltung des Bergfestes als Steinzeit-Markt, wurde das Motto in aufregende Erlebnisse für die teilnehmenden Mädchen und Jungs umgesetzt. Alle Aktionen werden mit viel Humor und Spaßgarantie durchgeführt. Das entspricht auch dem Leitgedanken der integrativen Freizeit. „Jeder Mensch – egal ob behindert oder nicht – ist anders und hat seine eigenen Stärken und Schwächen“. Die Aktivitäten werden alle so aufgebaut, dass sie nur gemeinschaftlich in der Gruppe gelöst werden können. „Inklusion wird hier von Beginn an gelebt. Ein Miteinander von behinderten und nichtbehinderten Kindern und Jugendlichen ist ‚selbstverständlich‘ – auch über das Sommerzeltlager hinaus“, berichtet Caroline Petersen. Bei der Umsetzung kann sie sich voll und ganz auf ihr Betreuerteam verlassen. Ganz nach dem Motto „Geht nicht – gibt´s nicht“ arbeitet das ehrenamtliche Team mit vollem Engagement für die Sache des Integrativen Zeltlagers. Dies sieht man auch, an den selbstgeschriebenen Theatereinlagen, an phantasievollen Kostümen oder größeren Bühnenaufbauten, welche manchmal bis in die frühen Morgenstunden gebastelt werden. So ist es auch in diesem Jahr. Man kann sich kaum noch aus der Steinzeit zum eigentlichen Zeltplatz zurückdenken. Das Team arbeitet dabei Hand in Hand zusammen. „Wir wollen den Kindern Gemeinschaft vorleben, damit diese sich am Vorbild orientieren können“, verrät Nina Brech.

 

Die Kooperation von Kreisjugendring Haßberge und Lebenshilfe Haßberge e. V. erweist sich als Erfolgsgarant für das Integrative Zeltlager. Seit 1992 wird das Konzept umgesetzt und in diesem Jahr handelt es sich schon um die 26. Ausgabe. „An Modellcharakter hat das Zeltlager über die Jahre nichts verloren. Ganz im Gegenteil. Durch die intensivere Beschäftigung der Gesellschaft mit dem Thema Inklusion ist das Integrative Zeltlager aktueller denn je“, so Frank Kupfer-Mauder (Kreisjugendpfleger und Geschäftsführer des KJR). Zusammen mit Bettina Surkamp von den Offenen Hilfen der Lebenshilfe Haßberge, kümmert er sich um den organisatorischen Rahmen der Maßnahme. Als ehemalige Lagerleitung unterstützt er das über 20-köpfige Team im Hintergrund, vor allem bei der Vorbereitung.

 

Spannung darf beim diesjährigen Integrativen Zeltlager natürlich auch nicht fehlen. Was die Kinder noch nicht wissen. „Der Steinzeit-Stamm wird von einem Säbelzahntiger bedroht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden sich noch gemeinsam in ihren Gruppen auf den Weg machen, um diesen zu besiegen und somit unseren Stamm zu retten“, verrät Caroline Petersen. Daneben sorgen natürlich viele weitere jugendgerechte Aktivitäten für Unterhaltung. Zwei Schwimmbadbesuche, mehrere Picknicks, Workshops, ein bunter Abend und zum Abschluss eine Lagerdisco sorgen für eine abwechslungsreiche Ferienzeit.

 

Weitere Informationen zum Integrativen Zeltlager gibt es auf der Zeltlagerhomepage www.reutersbrunn.de oder beim Kreisjugendring Haßberge, Promenade 5, 97437 Haßfurt, Tel. 09521-610136, www.kjr-has.de. Ab Januar 2018 werden Anmeldungen für das Integrative Zeltlager 2018 angenommen (8. bis 17. August 2018).

 

Integratives Zeltlager 2017: Lagerleitung: Caroline Petersen (Haßfurt), Nina Brech (München). Küche: Sabine Schlegelmilch (Bamberg), Christian Augsberger (München), Steffi Kraus (Stralsbach). Zeltbetreuer/-innen: Philipp Steinert (Hilpoltstein), Julius Kraus (Zeil am Main), Sebastian Kraus (Stralsbach), Jonas Erickson (Gädheim), Lukas Vogel (Bamberg), Ludwig Freter (Königsberg), Philip Nagel (Haßfurt), Sarah Kennedy (Theres), Ursula Eckert (Ebern), Kerstin Viering (Limbach), Lea Vogel (Lübeck), Franzi Helmert (Unteroberndorf), Anna Freter (Königsberg). Springer und Helfer: Paul Gläser (Untertheres), David Schweiger (Hofheim), Matthias Holzinger (Haßfurt), Christian Zimmerer (Knetzgau).