Inklusion ist hier schon lange normal!

27. Ausgabe des Integrativen Zeltlagers des KJR Haßberge auf der Suche nach dem Piratenschatz

Bereits bei der Anfahrt zum Jugendzeltplatz in Reutersbrunn wurde es für die TeilnehmerInnen spannend. Ein Piratenkapitän enterte den Bus und heuerte die Kinder für eine große Schatzsuche an. Die 47 Mädchen und Jungen (davon 14 Kinder mit Behinderung) aus dem Landkreis Haßberge trafen am vergangenen Mittwoch auf eine Piratencrew. Der Zeltplatz hat sich seitdem in ein Piratenlager verwandelt. Das ehrenamtliche Team, um die Zeltlagerleiterinnen Nina Brech vom Kreisjugendring Haßberge und Dorothee Weißenseel von der Lebenshilfe Haßberge, hat sich für das Integrative Zeltlager wieder sehr viel einfallen lassen. Bereits vor Monaten wurde das Motto festgelegt und kreativ ausgestaltet. Durch verschiedene Aktionen, wie zum Beispiel ein großes Lagerspiel als Ausbildung für die Nachwuchspiraten, thematisch organisierte Workshops oder die Ausgestaltung des Bergfestes als Strandparty, wurde das Motto in aufregende Erlebnisse für die teilnehmenden Mädchen und Jungs umgesetzt.

 

Alle Aktionen werden mit viel Humor und Spaßgarantie durchgeführt. Das entspricht auch dem Leitgedanken der integrativen Freizeit. „Jeder Mensch – egal ob behindert oder nicht – ist anders und hat seine eigenen Stärken und Schwächen“. Die Aktivitäten werden alle so aufgebaut, dass sie nur gemeinschaftlich in der Gruppe gelöst werden können. „Inklusion wird hier von Beginn an gelebt. Ein Miteinander von behinderten und nichtbehinderten Kindern und Jugendlichen ist ‚selbstverständlich‘ – auch über das Sommerzeltlager hinaus“, berichtet Nina Brech. Bei der Umsetzung kann sie sich voll und ganz auf ihr Betreuerteam verlassen. Ganz nach dem Motto „Geht nicht – gibt´s nicht“ arbeitet das ehrenamtliche Team mit vollem Engagement für die Sache des Integrativen Zeltlagers. Dies sieht man auch, an den selbstgeschriebenen Theatereinlagen, an phantasievollen Kostümen oder größeren Bühnenaufbauten, welche manchmal bis in die frühen Morgenstunden gebastelt werden. So ist es auch in diesem Jahr. Man kann sich kaum noch aus der Piratenwelt zum eigentlichen Zeltplatz zurückdenken. Das Team arbeitet dabei Hand in Hand zusammen. „Wir wollen den Kindern Gemeinschaft vorleben, damit diese sich am Vorbild orientieren können“, verrät Dorothee Weißenseel.

 

Die Kooperation von Kreisjugendring Haßberge und Lebenshilfe Haßberge e. V. erweist sich als Erfolgsgarant für das Integrative Zeltlager. Seit 1992 wird das Konzept umgesetzt und in diesem Jahr handelt es sich schon um die 27. Ausgabe. „An Modellcharakter hat das Zeltlager über die Jahre nichts verloren. Ganz im Gegenteil. Durch die intensivere Beschäftigung der Gesellschaft mit dem Thema Inklusion ist das Integrative Zeltlager aktueller denn je“, so Frank Kupfer-Mauder (Kreisjugendpfleger und Geschäftsführer des KJR). Zusammen mit den Offenen Hilfen der Lebenshilfe Haßberge, kümmert er sich um den organisatorischen Rahmen der Maßnahme. Als ehemalige Lagerleitung unterstützt er das über 20-köpfige Team im Hintergrund, vor allem bei der Vorbereitung.

 

Spannung darf beim diesjährigen Integrativen Zeltlager natürlich auch nicht fehlen. Was die Kinder noch nicht wissen. „Nach dem Fund einer Schatzkarte geht die Schatzsuche erst richtig los. Doch die Zeit läuft. Ein verfeindeter Piratenkapitän ist ebenfalls auf der Suche. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden sich beim finalen Nachtstationslauf gemeinsam in ihren Gruppen auf den Weg zur Schatzinsel machen, um den feindlichen Kapitän zu besiegen und somit den Schatz zu heben“, verrät Nina Brech. Daneben sorgen natürlich viele weitere jugendgerechte Aktivitäten für Unterhaltung. Zwei Schwimmbadbesuche, mehrere Picknicks, Workshops, ein bunter Abend und zum Abschluss eine Lagerdisco sorgen für eine abwechslungsreiche Ferienzeit.

 

Weitere Informationen zum Integrativen Zeltlager gibt es beim Kreisjugendring Haßberge, Promenade 5, 97437 Haßfurt, Tel. 09521-610136, www.kjr-has.de. Ab Januar 2019 werden Anmeldungen für das Integrative Zeltlager 2019 angenommen (5. bis 14. August 2019).

 

Integratives Zeltlager 2018: Lagerleitung: Nina Brech (München), Dorothee Weißenseel (Haßfurt). Küche: Sabine Schlegelmilch (Bamberg), Steffi Kraus (Stralsbach), Petra Erickson (Gädheim). Zeltbetreuer/-innen: Philipp Steinert (Hilpoltstein), Sebastian Kraus (Stralsbach), Jonas Erickson (Gädheim), Lukas Vogel (Bamberg), Philip Nagel (Haßfurt), Matthias Holzinger (Haßfurt), Sarah Kennedy (Theres), Ursula Eckert (Ebern), Lea Vogel (Bischberg), Franzi Helmert (Unteroberndorf), Tamara Rabenstein (Ebern), Julia Gernert (Stettfeld). Springer und Helfer: Paul Gläser (Untertheres), Kerstin Viering (Limbach), Julius Kraus (Zeil am Main), Ulrich Schnös (Knetzgau), Anna Gebhardt (Knetzgau), Hannah Vogel (Ilmenau).