Wir werben für eine aktive „Erinnerungskultur“

Frühjahrsvollversammlung im Lehrsaal des Bayerischen Roten Kreuzes in Hofheim am 09.05.2019

„Erinnern und nicht vergessen“ ist ein Leitmotiv unserer Internationalen Jugendbegegnung mit Israel. Die jungen Menschen setzen sich mit der Vergangenheit auseinander und wirken somit aktiv gegen Antisemitismus und Rassismus. Bei unserer Herbstvollversammlung in Hofheim wurde die „Erinnerungskultur“ zum inhaltlichen Schwerpunkt gemacht. Zwei Vertreterinnen der Jugendbildungsstätte Unterfranken stellten den Delegierten der Jugendverbände und weiteren Gästen das Projekt „DenkOrte gegen den Hass“ vor. Ausgangspunkt für die Projektarbeit ist der „DenkOrt Aumühle“. Am Güterbahnhof Aumühle fanden zwischen 1941 und 1943 die Deportationen unterfränkischer Juden in die Konzentrationslager im Osten statt. Unter dem Motto „zurück in die Dörfer“ warben die beiden Referentinnen dafür, gemeinsame Projekte mit Jugendlichen vor Ort in den Kommunen im Haßbergkreis durchzuführen. Für die genaue Planung besteht große Offenheit. Mit einem biographischen Ansatz kann nach Schicksalen in der Vergangenheit geforscht werden, es können Gedenkorte besucht werden oder Aktionstage gemeinsam gestaltet werden. Interessierte können sich an Katharina Wehinger vom „Würzburger Bündnis für Demokratie und Zivilcourage e. V.“ wenden. Der Bürgermeister der Stadt Ebern, Jürgen Hennemann, hat in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass in Ebern mit dem Projekt „vergiss mein nicht“ eines P-Seminars des Eberner Gymnasiums eine umfangreiche biographische Erinnerungsarbeit vorliegt. Susanne Makowski (KJR-Vorstandsmitglied) ergänzte, dass diese Ausstellung mittlerweile ins Hebräische übersetzt wurde und aktuell in der Schule in Kiryat Motkzin, Israel, gezeigt wird.

Daniel Fischer konnte auch dieses Mal wieder Herrn Landrat Wilhelm Schneider bei der Vollversammlung begrüßen. Zusätzlich war mit Sebastian Dietz ein Vertreter des Bezirksjugendrings und der Bürgermeister der Stadt Hofheim, Wolfgang Borst, zu Gast. Diese betonten in Grußworten die Wichtigkeit des Kreisjugendrings für die Kinder und Jugendlichen im Landkreis Haßberge und bedankten sich für das ehrenamtliche Engagement der Vorstandschaft.

Elena Krämer vom Jugendrotkreuz Haßberge präsentierte den Delegierten der Jugendverbände die Arbeit des Roten Kreuzes im Landkreis Haßberge. Diese erhielten ein Bild von den umfangreichen Tätigkeiten des Kreisverbandes. Der Rettungsdienst, der Blutspendendienst, die sozialen Dienste und Angebote der sozialen Arbeit sind dabei nur einige Schwerpunkte der Aktivitäten.

Zustimmung erhielt die KJR-Vorstandschaft für die Ausführungen zum Arbeitsbericht 2018. KJR-Vorsitzender Daniel Fischer bedankte sich bei Vorstandschaft und Geschäftsstelle für die umfangreichen Aktivitäten im vergangenen Jahr. Besonders lobte er auch die Gestaltung des Arbeitsberichts, in welchem die Arbeit des Kreisjugendrings eindrucksvoll dargestellt wurde. Für das Ressort Internationale Jugendbegegnung berichtete Susanne Makowski von Eindrücken der Jugendbegegnungsfahrt nach Israel in den Pfingstferien 2018 und gab einen Ausblick auf den Gegenbesuch im Sommer dieses Jahres. Thomas Wagenhäuser warb für die Teilnahme an der U-18-Europawahl. Diese wurde 2018 im Rahmen der Landtagswahl erstmals angeboten und wird nun fortgesetzt. Am 16. Mai wird bereits in drei Schulen im Landkreis die Wahl zum Europäischen Parlament durchgeführt. Am 17. Mai haben dann alle unter 18-jährigen von 10:00 bis 18:00 Uhr die Möglichkeit, in der Geschäftsstelle des Kreisjugendrings zum Wählen zu gehen. Für das Ressort Schulungen und Seminare stellte Wolfgang Winter die verschiedenen Bildungsmaßnahmen des Kreisjugendrings vor. Dabei kündigte er vor allem die Neuauflage des „Up2Date“-Workshoptags am 9. November 2019 an.

Einen besonderen Hinweis gab KJR-Vorsitzender Daniel Fischer auf die Verschiebung der Ehrenamtsfahrt 2019. Diese sollte bereits in den Osterferien nach Hamburg führen. Da sich aber zu wenige Teilnehmer angemeldet hatten, wurde diese für den 26. bis 28. Oktober neu ausgeschrieben.

KJR-Geschäftsführer Frank Kupfer-Mauder stellte die wichtigsten Entwicklungen in der Jahresrechnung 2018 vor. Die Anschaffung des Großspielgeräts „Bungee-Run“ für den Materialverleih führte zu leicht erhöhten Ausgaben im Bereich der Geschäftsführung und mit 40.222,00 € konnte ein Rekord an Zuschussauszahlungen an die Jugendverbände verzeichnet werden. Nach dem Rechnungsprüfungsbericht durch Alexander Bergmann bekundeten die Delegierten ihre einstimmige Entlastung der Vorstandschaft.

Abschließend musste für das kurzfristig zurückgetretene Vorstandsmitglied Johannes Lang eine Nachwahl angesetzt werden. KJR-Vorsitzender Daniel Fischer bedankte sich für dessen Engagement im Kreisjugendring. Bei der Nachwahl konnten dann allerdings keine Kandidaten gefunden werden. Daniel Fischer nutzte die Situation, um Werbung für die Vorstandsarbeit im KJR zu betreiben. Vor allem hinsichtlich der Neuwahlen im Frühjahr 2020, bei welcher er nach 12 Jahren nicht mehr als Vorsitzender kandidieren darf. Im Herbst 2019 wird die Nachwahl für den einen freien Posten entsprechend fortgesetzt.